Wohnen im Alter. Entwicklung eines Planes. Brokstedt ist ein Ort mit 2019 Einwohnern und einer guten Infrastruktur. Der Ort verfügt über einen Bahnanschluss für die Strecke Hamburg, Neumünster, Kiel und Flensburg. Es bestehen Busverbindungen zur Kreisstadt Itzehoe, der Amtsverwaltung Kellinghusen und Bad Bramstedt mit einer 
großen Klinik und dem Kur-Gebiet. Der Schüler-Bus darf mitgenutzt werden. Vorhanden ist eine Tankstelle, eine Autowerkstatt, eine Apotheke, einige Geschäfte und Handwerksbetriebe, Fleischer, Bäcker, Elektriker Friseur. Lebensmittel und Dinge für den täglichen Gebrauch können in einem großen Supermarkt erworben werden. Eine Zahnarztpraxis, sowie ein Hausarzt, der auch noch Hausbesuche macht, sind im Ort ansässig. Die Kirche hat einen sehr aktiven Seniorenkreis. Der Sportverein bietet viele Aktivitäten, auch für Senioren/innen an. Auch die zahlreichen Angebote des rührigen Seniorenrates tragen dazu bei, dass Seniorinnen und Senioren gern in Brokstedt wohnen. Der Ort verfügt über zwei Wohn.-und Pflegeheime. Bewohner aus Brokstedt und Bürger der näheren und weiteren Umgebung, z.B. Hamburg, wohnen hier und können gleichzeitig Pflege in Anspruch nehmen.. Außerdem gibt es das sogenannte Rentner-Wohnheim, mit 18 Ein.-und Zweizimmerwohnungen. Das Rentner-Wohnheim wurde in den 70.er Jahren gebaut. Zwischenzeitlich wurde es immer wieder renoviert. Es handelt sich um preisgünstigen Mietraum. Im Rentner-Wohnheim wohnen nicht nur ältere Mieter, sonder auch jüngere Mieter sind eingezogen. Da sind Spannungen zwischen Jung und Alt vorprogrammiert. Die Folge war, dass Bürger der Gemeinde Brokstedt den Seniorenrat um Hilfe gebeten haben.
Seniorenfreundliche Wohnviertel gestalten und erstellen. Kommunen und Bürger sind aufgefordert, diese Zukunftsaufgabe gemeinsam zu bewältigen. Senioren sind heute aktiver, sie wollen sich sicher fühlen, sie benötigen seniorengerechte Wohnungen. Die Chinesen machen es uns vor, sie bauen eine Senioren-City in einer Größenordnung, wie wir uns das nicht vorstellen können. Die Planung ist direkt auf altersgerechtes Wohnen ausgerichtet. Das ist aber nicht das, was wir wollen. Sondern wir möchten die Integration aller Dorfbewohner fördern. Das ist der Schlüssel für eine gute Dorfgemeinschaft. Natürlich denken unsere Kommunalpolitiker und Stadtplaner nicht in dieser Größenordnung. Gleichwohl, wir alle wissen, dass der demografische Wandel unsere Dörfer und Städte verändern wird. Es ist an der Zeit, das unsere Politiker schnell und unverzüglich auf diesen Wandel reagieren. Die Bevölkerung in Deutschland hat derzeit einen Anteil von 21 %, die 65 Jahre und älter sind. In 10 Jahren werden es 23 % sein. Im Jahr 2030 wird fast jeder Dritte in Deutschland älter wie 65 Jahre sein.
Die Auseinandersetzung mit diesen Fakten lässt die Kommunen über mehr Krankenhäuser, Altenheime und Pflegedienste nachdenken. Die Gedanken vieler Politiker gehen aber schon weiter, in Richtung Seniorenwohnanlagen. Viele Senioren/innen wohnen noch im eigenen Haus und können sich noch gut selbst versorgen. Doch irgendwann schwinden die Kräfte und die Fitness lässt nach. Die täglichen Tätigkeiten werden zur Qual, weite Strecken zum Kaufmann werden beschwerlich. Die Einschränkung der täglichen Besorgung wird größer. Man stellt fest, dass in seinem Quartier Dinge fehlen, die das Leben erleichtern. Eine gut geplante Seniorenwohnanlage zeichnet sich durch folgende Dinge aus: Sichere Straßenübergänge, separate Gehsteige ohne Kanten ohne Stolperfallen, Bänke und Ruheplätze, barrierefreie Wohnungen, fußsichere Plätze und Flächen, Fahrradwege ohne Mofa-Nutzung, naheliegende
Einkaufsmöglichkeiten, die Nähe einer Arztpraxis und Apotheke und letztendlich eine schlüssige und funktionierende Verkehrsanbindung. Das ist natürlich eine Wunschliste, die um vieles erweitert werden kann, eben, auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden muss. Natürlich muss man bei den Forderungen Augenmaß beweisen und die Kommunen nicht mit immer neuen Anträgen überfordern. Betrachtet man die Zeitschiene, dann sind natürlich die Möglichkeiten und finanziellen Recoursen einer Kommune in Einklang zu bringen. Wohnquartiere für ältere Bürger so zu gestalten und auszustatten, dass diese angenommen werden. Das ist Aufgabe aller Bürger der Gemeinden. Ältere Bürger wollen keine Einheitslösungen vom grünen Tisch, sondern man muss ihre
Bedürfnisse ermitteln, diese differenziert betrachten und sie beteiligen. Barrierefreie Wege führen ältere Menschen und Eltern mit Kindern zusammen.
 
„Rollator und Roller“
Das Wohnquartier allein mit einer Barrierefreiheit zu versehen macht noch kein Wohnparadies für Senioren. Häufig ist es doch so, das ältere Mensch so lange wie möglich, selbstständig im eigenen Haus, oder in der derzeitigen Wohnung, bleiben möchten. Mit anderen Worten, das Ziel muss sein, alles zur Verfügung zustellen, was Erleichterung bringt und die Mobilität nicht einschränkt. Erfahrungen zeigen aber, dass Politiker, die etwas für die älteren Bürger bewegen und erreichen wollen, aktive Mitstreiter vor Ort benötigen. Die Ideen und die Anliegen müssen so aufbereitet sein, dass die Motivation entsteht: „Ja, da möchte ich mitmachen!“ Das Potenzial an „Mitmachern“ haben wir allemal in Brokstedt. Der Seniorenrat befast sich schon sehr lange und intensiv mit dem Thema: „Wohnen im Alter“ Die Erfahrungen zeigen, dass jüngere Menschen noch nicht so weit in die Zukunft schauen oder schauen wollen. Die Frage: „Wie möchte ich im Alter leben“, ist zu dem Zeitpunkt noch nicht aktuell. Das ist auch gut so. Die Dynamik und Fortentwicklung der jungen Menschen darf nicht gebremst
werden. Gleichwohl soll der ständige Dialog zwischen Jung und Alt, gemeinsame Ziele erarbeiten und diese Ziele in Ergebnisse umwandeln. Ein Ergebnis wäre „Wohnen im Alter“ mit all den möglichen Erleichterungen, die bisher bekannt sind und gesetzlich vorgegeben sind. Die Umsetzung vieler guter Ideen, die eingebracht wurden oder werden, müssen in Ergebnisse münden. Der Seniorenrat Brokstedt startete im Jahr 2012 eine Umfrage zum altersgerechten Wohnen in Brokstedt. Im Jahr 2013 stellte der Seniorenrat an die Gemeindevertretung den Antrag, zum Bau einer Senioren-Wohnanlage.
Eine Gesellschaft muss sich u.a. daran messen lassen, wie sie mit ihren älteren Bürgern umgeht. Sie spiegelt nach innen und außen, wie jetzt und Zukunft, ein Zusammenleben zwischen Jung und Alt, auf breiter Basis, zum Wohle aller Bürger, gestaltet werden kann. Ps

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